Gestern hat mir ein Bekannter von einem Gespräch mit einem Projektleiter erzählt. Dieser war ganz stolz, dass das Change Management jetzt bei HR liegt. „Ganz im Ernst, diese ganzen Befindlichkeiten im Projekt, das ist bei HR viel besser aufgehoben.“ So der O-Ton des Projektleiters. In solchen Momenten muss ich aufpassen, dass ich nicht den Kopf auf die Tischkante schlage. Für mich sind genau diese „Befindlichkeiten“ das wahre Gold in der Projektumsetzung.
Deshalb beziehe ich immer die Betroffenen von Anfang an mit ein. Das heißt zum Beispiel bei der Konzeption einer neuen Schulung den „alten Hasen“ über die Schulter zu schauen, wie sie arbeiten. Oder bei der Entwicklung eines Dashboards die späteren Nutzer:innen gemeinsam ein Bild erarbeiten zu lassen, welche Informationen wo auf dem Dashboard zu finden sind.
Das ist zunächst mal anstrengend. Ich kann nicht einfach meine eigenen Ideen nutzen und auch nicht direkt mit der Umsetzung starten. Im Gegenteil, es kann auch sein, dass sich das Projekt in eine ganz andere Richtung entwickelt, als ich gedacht habe. Oder dass ich feststelle, dass meine Idee gar nicht so gut war.
Meine 33 Gründe
Deshalb habe ich 33 Gründe zusammengestellt, warum sich Beteiligung lohnt:
- Du musst nicht alleine denken.
- 1 Person = 1 Perspektive, 10 Personen = 10 Perspektiven
- Je mehr Beteiligung, desto mehr Ideen.
- Wer am Anfang mitdenkt, kann am Ende nicht dagegen sein.
- Zusammen macht’s mehr Spaß.
- Mitarbeitende, die mitgestalten können, sind motivierter.
- Veränderung fällt leichter, je früher man sich darauf einstellen kann.
- Wer Menschen direkt beteiligt, muss sie später nicht abholen.
- Mitarbeitende bringen Wissen ein, das du in keinem Prozesshandbuch findest.
- Wer gehört wird, hört auch besser zu.
- Beteiligung schafft Verantwortung.
- Menschen verteidigen, was sie selbst erschaffen haben.
- Mitarbeitende fragen spart so manche teure Beratung.
- Aus „die da oben“ und „die da unten“ wird ein „wir“.
- Kritische Punkte kommen früh an die Oberfläche und nicht erst, wenn’s zu spät ist.
- Veränderung trifft besser die Bedürfnisse.
- Beteiligung spart Change-Kommunikation, weil Menschen selbst erzählen, was passiert.
- Employer Branding ist teuer, Beteiligung ist billiger.
- Beteiligung bringt Energie statt Widerstand.
- Menschen zu beteiligen killt den Flurfunk.
- Wir reden plötzlich miteinander statt übereinander.
- Beteiligung führt zu mehr Kreativität und Innovation.
- Durch Beteiligung wird Veränderung zukunftsfähig.
- Beteiligung fördert Selbstwirksamkeit.
- Komplexe Herausforderungen lassen sich schneller im Team lösen.
- Beteiligung verhindert teure Investitionen in Dinge, die nachher niemand nutzt.
- Diskussionen am Anfang verhindern Diskussionen am Ende, wenn es schon zu spät ist.
- Beteiligung ist gelebte Wertschätzung.
- Mitarbeitende sind dankbar, wenn sie gefragt werden.
- Beteiligung führt zu mehr Transparenz und Offenheit.
- Wenn etwas nicht geht, sind Mitarbeitende verständnisvoller, wenn sie vorher beteiligt wurden.
- Klarheit über den Zielzustand wird viel früher erreicht, wenn ich Mitarbeitende mit einbeziehe.
- Beteiligung entlastet.
Also, wer Beteiligung jetzt noch als Befindlichkeiten abtut, der hat nicht verstanden, worum es bei Projekten geht.
Was beobachtest du in deinen Projekten? Welche Gründe gibt es noch für Beteiligung.




